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Frühling: Zeit der Reinigung und Aktivierung

In der TCM ist der Frühling die Zeit der Leber und Gallenblase, die Zeit der Reinigung und des Neubeginns.

Grün ist die Farbe des Elements Holz (Frühling)

Die Reinigung gehört zum Leben, wie die Aufnahme und Abgabe von Energie.

Der Mensch nimmt aber nicht nur Nahrung oder Sauerstoff auf, und gibt diese/n wieder ab, er wird auch konfrontiert mit einer Fülle an Informationen und (eigenen) Anforderungen, wie er sein Leben zu gestalten hat. Das kann zu Stress und einem Ungleichgewicht in der Holz-Energie führen.


Soziale Medien, tägliche Arbeit an PC und Laptop sowie Nachrichten, die von Außen kommen belasten uns und unser Verdauungssystem. Zudem kommt, dass wir uns oft nicht ausgewogen ernähren, zuviel, zu spät am Abend und hastig essen und zuwenig Bewegung machen.


Dies hat zur Folge, dass unsere Verdauung Probleme macht und wir uns unwohl fühlen.




Als ersten Schritt können wir in die Reduktion gehen. Wir können auf allen Ebenen fasten: Medien-Fasten, Stress reduzieren und gezielte Ruhephasen einplanen, und bei der Ernährung fasten!


Das alles bedeutet eine große Entlastung für unser System und unterstützt die Regeneration. Durch das Fasten bleibt mehr Energie für anderes und somit kann diese aktiviert und eingesetzt werden.


Eine regelmäßge Reinigung tut auch unserem Geist gut: er kann zur Ruhe kommen und sich wieder neu sortieren.


Leber und Gallenblase


Nicht nur dass die Leber unser größtes und wichtigstes Stoffwechselorgan ist, und verantwortlich für eine große Anzahl von Prozessen (Verarbeitung, Umwandlung, Verteilung und Aufrechterhaltung der „Treibstoffversorgung“ unseres Körpers) , ist sie ua. auch für den Abbau und die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten, Medikamenten, Hormonen und Giftstoffen zuständig - sie ist unsere Entgiftungszentrale!


Aber nicht nur physisch, sondern auch emotional hat die Leber einen großen Einfluss auf uns. In der TCM wird die Leber der Holzenergie (Frühling) zugeordnet und ist diese im Fluss, sind wir geduldig, tolerant und vor allem flexibel.


Bei gestauter bzw. blockierter Leber-Energie ist das Gegenteil der Fall und körperlich kann sich das in Kopfschmerzen sowie Migräne, Menstruations-, Augen- und Schlafproblemen zeigen.


Die Gallenblase ist unser Entscheidungsträger nach außen und setzt die Pläne und Visionen auch in die Tat um. So wird jemand mit einer harmonisch fließenden Leber- und Gallenblasen-Energie einerseits flexibel in seinem Denken und Handeln sein, andererseits Entscheidungen schnell, aber doch gut überlegt fällen können.





Leber und Gallenblase im Shiatsu:


Gerade weil wir in einer Gesellschaft leben, die große Anforderungen an uns stellt in Bezug auf Leistung und Aktivität, und wir ständig im Außen sind, ist auch oft unsere Holzenergie im Ungleichgewicht.


Das Zuviel in einem Element wirkt sich auf unseren gesamten Organismus aus

(5-Elemente-Lehre der TCM: jedes Element wirkt direkt und indirekt auf alle anderen Elemente), zB. direkt auf unsere "Erde", das Element, das elementar für unsere Gesundheit ist, mit den Organen Magen und Milz , das Element "Wasser", mit den Organen Nieren und Blase (elementar für den Schlaf und die Regeneration, Sexualorgane und unsere allgemeine Vitalität und Abwehrkraft), sowie das Element "Feuer" und "Metall".


Durch ein ständiges Zuviel kann ein permanentes Ungleichgewicht - und so auch Syptome und Krankheit entstehen. Darauf einzuwirken, mit Hilfe der Meridianbehandlung, Akupressur, Organmassage und Arbeit an Sehnen, Bändern, Muskeln und Faszien ist meine Aufgabe im Shiatsu.



Einfach wirksam - Tee

Hausmittel für Leber und Gallenblase:


Die Leberreinigung ist eine einfache, höchst effektive Methode, unsere Leber in ihrer Tätigkeit zu unterstützen.


Der bestmögliche Zeitpunkt ist jetzt im Fühling (oder wie jetzt, in der Übergangszeit), denn der Frühling bewegt uns und spornt uns zu Bewegung und neuen Plänen und deren Umsetzung an, und dem Körper fällt es leichter, sich von Schlacken und unnötigem Ballast zu trennen.


Die Natur bietet uns dazu zahlreiche und vor allem heimische Kräuter die wir in Form von Tees, Tinkturen, Wickel etc. anwenden können. Die gängigsten und bewährtesten Heilpflanzen sind sicherlich der Löwenzahn (Kraut und Wurzel), Mariendistelsamen, Stiefmütterchenkraut, Schafgarbe, Ringelblumenblüten, Maishaar und Johanniskraut.


Tee:


Eine einfache, aber wirkungsvolle Methode die therapeutischen Effekte von bitterstoffhaltigen Heilpflanzen zur Reinigung, Entgiftung und Revitalisierung der Leber und des Gallensystems zu nutzen sind Teeuzubereitungen. Hier stelle ich euch einige Teemischungen vor, welche einfach in der Zubereitung und groß in ihrer Wirksamkeit sind:


Maishaartee:


Zubereitung: 1 Handvoll getrocknetes Maishaar (aus der Apotheke) aufkochen und 15 bis 20 Minuten köcheln lassen.


Wirkung & Indikation: Dieser Tee reguliert den Blutzuckerspiegel, leitet Nässe und Schleim aus (hilft beim Abnehmen) und wirkt Heißhunger entgegen.

Weiters senkt er erhöhtes Cholesterin und Blutfette und ist ein sehr leichtes Mittel gegen Gallenblasenablagerungen.


Schafgarbe:


Zubereitung: 1 EL mit kochendem Wasser übergießen, bis zu 10 Minuten ziehen lassen.

Wirkung & Indikation: Entspannt Leber und Gallenblase, bewegt Qi, sehr gut bei Ärger und Wut, PMS


Ringelblumenblüte:


Zubereitung: 1 EL mit kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen.

Wirkung & Indikation: Löst Qi-Stagnation von Leber und Gallenblase







Der Leberwickel:


Bereits Sebastian Kneipp hat auf die Schafgarbe bei Leberbeschwerden geschworen. Schafgarbe hat eine anregende und wärmende Wirkung auf Stoffwechsel und Kreislauf. Sie eignet sich hervorragend für die Anwendung von Leberwickel wodurch wir sie beim Entgiften unterstützen.


Die optimale Zeit für einen Wickel wäre im Falle der Leber von 13.00 bis 15.00 Uhr. Natürlich ist er auch zu anderen Zeiten wirksam jedoch sollte er nicht zu spät am Abend angewendet werden. Jedes Organ hat eine bestimmte Tageszeit, in der ihre Energie unterschiedlich hoch oder niedrig ist.


Bei der Leber ist es so dass ihre Hochphase in der Zeit zwischen 1.00 und 3.00 Uhr morgens liegt. Ihre energieschwache Phase liegt genau 12 Stunden versetzt und ist daher in der Zeit zwischen 13.00 un 15.00 Uhr.


Für gewöhnlich also genau die Zeit, in der wir unsere Hauptmahlzeit zu uns nehmen. Aus diesem Grund können wir in dieser Zeit mit einem Leberwickel bzw. auch mit einem kurzen Spaziergang im Grünen oder einem kurzen Power Nap unsere Leber bei der Arbeit unterstützen.


Anwendung: Nach der Hauptmahlzeit des Tages bereiten wir einen starken Schafgarbentee (3 EL auf eine große Tasse) zu, tränken damit ein Geschirrtuch, wringen es aus und legen es so warm wie möglich auf den rechten Rippenbogen auf.

Danach wickeln wir ein warmes Wolltuch darum und legen eine Wärmeflasche auf. Solange liegen bleiben wie das Tuch noch warm ist und ruhen – anschließend noch 10 Minuten ohne aufgelegten Wickel liegen bleiben.


Der Wickel bringt eine allgemein erhöhte Vitaltität, unterstützt die Verdauung und harmonisiert nebenbei den weiblichen Zyklus.



Die Leber liebt grün und Bitterstoffe



TIPPS für einen LEBER-freundlichen Alltag:


  • regelmäßiges Essen – nicht zu spät am Abend und nicht im Übermaß

  • Kaffee und Zucker reduzieren

  • für ausreichend Schlaf sorgen (die Leber liebt den Mittagsschlaf)

  • regelmäßig Sport betreiben (bringt gestaute Energie in Fluss)

  • übermäßiges aber auch zu spätes Essen am Abend vermeiden

  • Alkoholkonsum reduzieren

  • vermeiden von sogenannten „Light"- sowie Fertigprodukten

  • dauerhaften Stress vermeiden

  • emotionalen Ausgleich schaffen

  • mehr Entspannung und Freude ins Leben bringen

  • übermäßige Einnahme von Medikamenten vermeiden


Somit wünsche ich euch eine wunderbar entlastende Zeit und viel Leichtigkeit im Alltag!

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